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Die für den Ukulelen-Bau verfügbaren Hölzer

Wählen sie nach ihrem eigenen Geschmack ... ich berate sie fachgerecht!

Holz - Das Grundmaterial im Zupfinstrumentenbau

Die Konstruktion der Kloster-Ukulelen leitet sich vom klassischen Gitarrenbau ab. D.h. Boden und Zargen bestehen aus Harthölzern und die Decke aus Alpenfichte.

Diese Kombination hat sich als klangprägend erwiesen. Gerade die Verwendung von Alpenfichte als Deckenholz bietet Vorteile was Klangfülle und Tonpräsenz betrifft. Die Stabilität lässt dünnere Decken zu, als die Verwendung von Laubhölzern. Durch spezielle Beleistungen wird dieses zusätzlich unterstützt.

Die Bauweise der Klosterukulelen hat sich von Workshop zu Workshop in Details geändert. Jedes Mal, wenn ein Teilnehmer ein anderes Korpusholz verwendete, wurden die Klangergebnisse in die Planung der nächsten Instrumente einbezogen. Basisverhalten der verwendeten Hölzer waren schon vorher bekannt, aber Feintuning macht das Bauergebnis erst zum hörbaren Erfolg.

 

Die Hölzer, die im Grundpreis der Kloster-Ukulelen Workshops bereits enthalten sind (Selbstverständlich werden KEINE Laminate verwendet!):

Fichte

Picea abies

Die verwendete Fichte stammt aus der Umgebung von Mittenwald, bekannt als Wiege des deutschen Geigenbaus. Fichte vom Nordhang der Alpen hat andere Eigenschaften, als die Hölzer südlich des Hauptkamms. Sie wachsen klimabedingt langsamer und sind somit fester, also auch dünner auszuarbeiten ohne an Festigkeit zu verlieren..

Im Grundpreis ist eine Decke aus feinjähriger Fichte enthalten. Gegen Aufpreis ist die Fichte mit sogenanntem Haselwuchs zu haben. Ihr gewellter Faserverlauf macht sie optisch besonders attraktiv.

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Glatter Ahorn

Acer pseudoplatanus

„glatt“ bedeutet in diesem Fall ohne besondere Maserung.

Die Holzart ist für alle gedacht, die gerne einen hellen Korpus haben wollen. In Verbindung mit einem dunklen Binding eine sehr attraktive Erscheinung. Klanglich befindet man sich im mittenbetonten Bereich. Die Fichtendecke steuert aber hier die Obertöne hinzu und macht diese Holzkombination für den Strummingbereich brauchbar.

Alternativ zum glatten Bergahorn biete ich Riegelahorn an. Klanglich noch weicher, als der Glatte, aber optisch weitaus attraktiver.

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Glatter amerikanischer Nußbaum

Juglans nigra

Das dunkle Korpusholz ist die Alternative für dunkle Tropenhölzer. Der waldbildende Baum aus den USA ist seit Langem ein Korpusholz für Gitarren ( Lowden, Taylor, Lakewood ) und in seiner glatten Ausführung zu mäßigen Preisen zu haben. Als Korpus sorgt er für eine bessere Trennschärfe als Ahorn und Sapelli. Das Klangbild ist für Strumming, aber auch Picking geeignet.

Auch bei der Schwarznuss gibt es optisch attraktive Varianten in geriegelter Form ... im Handel unter „Claro-Walnut“ zu finden. Auch hier: gegen Aufpreis lieferbar.

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Sapeli (Sapelli)

Entandrophragma cylindricum

Wer eine klassisch aussehende, „martinartige“ Ukulele bauen möchte wird zu diesem afrikanischen Holz greifen. Das weiche Klangbild einer Ganzmahagoni-Ukulele wird hier durch die Fichtendecke positiv mit ein paar Höhen garniert.

Wenn es unbedingt gewünscht ist kann man mit einer Decke aus Sapelli eine „martinartige“ bauen. Diese wird aber lauter sein, als das Original, da Sapelli härter ist, als das von Martin verwendete Honduras-Mahagoni ( Swietenia macrophylla).

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Pau Ferro

Machaerium scleroxylon

Dieses Holz wird auch „Santos Palisander“ genannt, hat aber botanisch nichts mit Palisanderhölzern zu tun. Es steht nicht auf den CITES-Listen für bedrohte Arten.

Bei Gitarren werden dem Holz ähnliche tonale Eigenschaften wie Rio-Palisander nachgesagt, was ich nur bestätigen kann.

Im  Workshop wird Pau Ferro als Griffbrett und Stegmaterial verwendet. Es ist fein gemasert, hat aber nur in sehr seltenen Fällen Riegelungen o.Ä.

Durch seine feinsten Poren bildet es als Korpusholz (gegen Aufpreis) eine der besten Reflexionflächen für Schallwellen der Decke. Der Klang wird sehr differenziert über das gesamte Frequenzspektrum wiedergegeben. Der Ton ist laut und prädestiniert für das Solospiel, Fingerstyle.

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Sonderhölzer (*) sind per Aufpreis möglich ... wenn zum guten Klang auch noch eine umwerfende "Optik" kommen soll.

Aber keine Sorge, der Mehrpreis hält sich in überschaubaren Grenzen, fragen sie doch einfach nach!
Nachfolgend ein paar Beispiele:

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Kompletter Bausatz Pao Ferro *

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Pao Ferro *

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Claro Walnut geriegelt *

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franz. Nussbaum *

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franz. Nussbaum geriegelt *

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Elsbeere geriegelt *

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Ziricote *

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Zwetschge *


Ziricote *

Cordia dodecandra

Holzart aus Mittelamerika, vom südlichen Mexico bis Panama. Härter als manche Palisanderart. Fantastische Maserung, schwarze Adern durchziehen das dunkelbraune Holz. Oft wird der helle Splint mit in das Bodenholz an der Mittelfuge einbezogen. Ist aber Geschmackssache ... sehr schwer zu biegen.

Es bildet optisch einen tollen Hell/Dunkel-Effekt zur hellen Fichtendecke. Manche Stücke dieses Holzes braucht man nur zu rahmen und schon hat man ein "Landschaftsbild".

Ausgeglichen, definiert und laut im Klangbild. Sehr gute Reflexion der schwingenden Decke.

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Europäischer Nussbaum (französischer oder kaukasischer) *

Juglans Arten

Von den ca. 60 verschiedenen Nussbaumarten habe ich französischen, kaukasischen und amerikanischen am Lager.

Besonders schön sind die geriegelten Varianten. Die Flammung und die farblich sehr lebhaften braun-grau, schwarz geadert, rötlichen Einläufer machen Nussbaumholz schon seit der Antike zu begehrten Hölzern.

Zäh und fest in der Struktur werden sogar die Forcola der venizianischen Gondeln aus Nussbaum hergestellt (Riemengabel, welche das Ruder führt.)

Nussbaum liegt tonal in der Mitte zwischen Mahagoni(Sapelli) und Pau Ferro. Klare Töne über das gesamte Spektrum, aber nicht so laut wie Pau Ferro und nicht so weich, wie Sapelli. Strumming, Picking, Melodiespiel ... alles funktioniert.

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Claro Walnut *

Juglans Hindsii

Nussbaumart aus dem nördlichen Kalifornien und Oregon.

Wie die meisten Nußbaum-Arten toll gemasert. In Deutschland fast immer in geriegelter Form im Handel. Als Furnier auch als Wurzelfurnier.

Das Holz ist ein wenig weicher, als europäischer Nussbaum.

Die Klangeigenschaften sind wie bei franösischen Nussbaum.

Bei der Optik ist das Bild aber eher satt braun.

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Padouk *

Pterocarpus soyauxii

Afrikanische Holzart der Sandelholzgewächse.

Schwerer als Nussbaum, leichter als Palisander . Es ist hart und lässt sich nicht so einfach biegen. Es hat eine kräftige rot-organge Farbe, die nach und nach in ein warmes Braun übergeht...besonders bei Sonneneinstrahlung.

Sehr schöne Textur und nach dem matten Lackieren ergibt sich eine tolle, porige Fläche.

Tonal ist es kräftig , mittig und nicht zu höhenreich ... aber laut. Es hat eine gute Trennschärfe und unterstützt Melodiespiel. Beim Strumming ist es pregnant und hat Charakter.

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Zwetschge *

Prunus domestica

Eines unserer härtesten, einheimischen Hölzer. In guten Qualitäten schwer zu beschaffen, da alle Obstbäume im Alter faulkernig werden ... Ausserdem sollen die Bäume ja Früchte tragen bis man sie fällt. Also wartet man bis der Baum es nicht mehr tut und, siehe da, der Stamm ist kaum noch zu gebrauchen.

Das Holz ist hart, schwer zu trocknen und widerspenstig. Es hat aber keine Poren. Somit eine ideale Reflexionsfläche als Boden und Zarge. Wegen seiner Härte auch für Steg und Griffbrett verwendbar.

Als Ukulele ist es laut und pregnant im Ton. Alles ist da: Bässe, Höhen und Durchsetzungskraft. Sie verzeiht aber auch keine Spielfehler, da alles sauber abgebildet wird!

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Elsbeere * | Birne *

Sorbus torminalis | Pyrus communis

Elsbeere wächst in etwas wärmeren Teilen von Europa, die Birne auch bei uns. Beides sind herliche Hölzer.

Beide tun sich in Ausehen und Farbe nicht viel. Leichtes, helles Braun-Rosa ist hier vorherrschend.

Das Material gibt es in schlichter Ausführung, aber auch sehr schön tief geriegelt. Lackiert wird aus dem Rosa ein sattes Braun und mit zunehmenden Alter und Sonnenexponierung wird die Farbe dunkler ... wie bei allen Obsthölzern üblich.

Das Holz ist hart und schwer, lässt sich aber hervoragend bearbeiten.

Ein Klangergebnis kann ich bisher noch nicht darstellen, da die erste Elsbeeren Tenor noch in der Fertigstellung ist.

Ich vermute aber ein wohl-balanciertes Klangbild mit Trennschärfe der Frequenzen. Sobald die Saite drauf sind wird hier an dieser Stelle umgehend berichtet.

Birne ist vom Holz her identisch und wird sich genauso verhalten.

Ich vermute in der Elsbeere hohes Potential. Sie wird für den Tropenfrei-Selbstbauer äußerst interessant.

Was bisher von Ahorn und Nussbaum zu hören war, könnte die Elsbeere toppen ... besonders das Ahorn.

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Ovangkol, Amazaque, Mutenye *

Guibourtia arnoldiana

Ovangkol ist ein Hartholz aus Afrika (0,80g/cm³) mit eine olliv-grün-brauner Farbe. Ab und zu auch schwarze Streifen eingelager. Häufig geriegelt oder pommeliert (lichtreflexe hell und dunkel).

Es zeigt im Gitarrenbau schon seit langem, wie toll es klingt.

Bei der Ukulele ist es ein Holz mit Klangeigenschaften, wie ostind. Palisander. Da dieser aber immer mehr im Handel eingeschränkt wird, habe ich Ovangkol als Sonderholz mit dazu genommen.

Im ersten Klosterworkshop 2016 wurde eine Konzert daraus gebaut. Noch heute spielt dieses Instrument in unserer Uke-Truppe und hat gleiches Klangvolumen und Sustain, wie meine aus Palisander. "Blindverkostet" hört man keinen Unterschied: Klarer, lauter Ton. Klangbild über das gesamte Spektrum.

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Zebrano *

Microberlinia brazzavillensis

Ein "Streifenhörnchen" aus Westafrika. Durch die streifige Maserung macht das Holz seinem Namen alle Ehre.

Es ist ein Sauzeugs, wenn es um die Verarbeitung geht. Hobeln geht fast gar nicht, weil es sehr wechselwüchsig ist.

Aber es ist optisch sehr ansprechen ... manchem sogar zu wild ! Durch seine großen Poren streut es den Ton im Innenraum und macht das Klangbild trotz der Holzhärte recht mittig.

Die daraus gebaute Uke empfiehlt sich aber für Strumming und Liedbegleitung mit kräftigem Ton.

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