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Die glorreichen „Fünf“ mit vier Saiten!

Unglaublich, wie weit im Mai noch alles entfernt schien ... urplötzlich war es Anfang Oktober!

Die letzten Septemberwochen waren geprägt von den Vorbereitungen für einen außergewöhnlichen Workshop.

O.K.- Ukulelenbau-Workshops habe ich schon einige hinter mir. Aber alle in Mülheim, alle in der Nähe oder in meiner Werkstatt selbst. Jetzt hieß es aber: Ab ins Kloster St. Maria, Esthal, Pfälzer Wald. Alle Arbeitsschritte vorplanen, alles an Werkzeug und Material ins Auto packen. Der geistliche Beistand des Ordens der Niederbronner Schwestern war uns gewiss, aber ein vergessenes Werkstück war durch Beten nicht zu ersetzen.

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Die Zargen waren von mir bereits gebogen und mit Hals- und Endklotz zum Zargenkranz verleimt worden. 

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Als Material war Ovangkol, Zebrano, Pau Ferro, Sapeli und Riegelahorn gewünscht worden ... und stand bereit. 

Das Teilnehmerfeld war gut verteilt, und alleine schon die Vorgespräche, bzw. der Mailverkehr der Gruppe wurden immer lebhafter, je näher der 09. Oktober rückte.

Von einer Frau mit Durchblick (Radiologin), über einen Walddorf-Schüler aus der 10., einem Pärchen aus einem nördlichen Zipfel Bayerns und einer Schwarzwälderin mit Zigarrenkisten-Ukulelen-Bau-Erfahrung ... eine bunte, vielversprechende Truppe.

Dann natürlich das Kloster als Seminarort: Kloster St. Maria in Esthal, einer kleinen Gemeinde mitten im Pfälzer Wald. Eine Straße führt hinein und nur diese auch wieder heraus. Das Kloster, abseits des Dorfes gelegen, ist aus dem Jahr 1952, schlicht gebaut, umgeben von einer Mauer und Streuobstwiesen. 2013 renoviert und teilweise umgebaut, beherbergt es 9 Schwestern.

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Mitten in grüner Natur gelegen ... 

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das Kloster St. Maria, ein Ort der Ruhe ... bis wir eintrafen ;-) 

Die Gästezimmer sind schlicht, wie es sich für ein Kloster gehört. Das Beste der gesamten Anlage: Wenn man die Klosterpforte hinter sich gelassen hat, beginnt sofort eine gefühlte Zone der Ruhe.

Automatisch fährt man runter und wird leise. Wenn man dann auch schon von einem offenen, freundlichen Gesicht einer Schwester empfangen wird, bleibt einem nur eines übrig: Sich auf eine kleine, andere Welt einlassen!
Eine Welt, die die Basis für eine kreative Woche voller Erlebnisse sein wird.

In den vergangenen Wochen haben alle Ukulelenbesessene ihre Materialwünsche geäußert und ich habe die Teile soweit vorbereitet, dass dem Bauerfolg auch für Anfänger nichts im Wege stehen sollte ... sollte!!! 

Erstes Problem lag dann nicht auch nicht dort begraben, sondern, dass sich die Zylinderkopfdichtung meines Autos keine Lust mehr hatte dicht zu halten und ich mir einen Leihwagen nehmen musste. Der Laderaum war dann auch bis oben hin vollgepackt. Keine Lücke blieb ungenutzt und selbst der Beifahrersitz war mit Werkzeug oder anderem Kram belegt.

Als ich am Sonntagnachmittag im Kloster ankam, hatte der Hausmeister ganze Arbeit geleistet:
Der gebuchte Seminarraum hatte sich in ein Ukulelenbau-Studio gewandelt...mit einem Arbeitstisch für jeden Teilnehmer und reichlich Platz für den anderen Kram, den man halt so braucht.

Kurz: Die Rahmenbedingungen sind top.

Bis zum Abend trafen alle Baumeister ein und nach dem ersten Arbeits-Abendessen haben wir uns in aller Ruhe mit dem Progamm und Ablauf der nächsten Tage beschäftigt.

Jeder war gespannt auf sein Material, seinen Arbeitsplatz, das Werkzeug und, und, und ... Nervosität des Neuen gepaart mit der Vorfreude sein eigenes Instrument zu bauen. Da lagen die gebogenen Zargenkränze aus Ovangkol, Zebrano, Pau Ferro, Sapeli und Riegelahorn. Daneben die Cedro-Hälse und die Deckenrohlinge aus gehaselter Fichte aus Mittenwald.

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Das Startpaket, für jeden Teilnehmer individuell zusammen gestellt ... 

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was soll da eigentlich 'schief' gehen? 

Alles in Allem beste Voraussetzungen für gute Instrumente.

In den nächsten Tagen war das volle Programm des Ukulelenbaus zu bewältigen. Da wurde gefräst und geraspelt, was das Zeug hielt. Die Späne flogen, und langsam bekam der Fußboden eine leichte Staubschicht. Aber nicht nur der, sondern auch unmerklich die Zungenspitze: Der würzige Duft von Cedro machte sich breit, als die Hälse bearbeitet wurden, und durch den Flur vor dem Seminarraum waberte der Geruch dieses karibischen Holzes. Einiger Nachteil : Cedro hinterlässt auf der Zunge einen intensiv bitteren Geschmack. Es wurde also vermieden zu tief einzuatmen oder gar an den Fingern zu lutschen. Man freute sich unweigerlich auf die nächste Mahlzeit. Nur mit Wasser spülen reichte oft nicht aus.

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Apropos Mahlzeit: Die Klosterküche lies keine Wünsche offen. Ein reichhaltiges Frühstücksbuffet, ein gutes, abwechselungsreiches Mittagessen, ein Stück Kuchen zum Nachmittag, und Abends eine Mischung aus einer warmen Kleinigkeit, Salaten und Broten. Vegetarisch kein Problem und wenn man Bescheid sagte, war Schonkost, glutenfrei und Diabetiker gerecht vorzubestellen.

Nach den ersten Stunden war schon die Unsicherheit i.B. falschen Werkzeuggebrauchs einigermaßen gebannt, und es wurde von Einheit zu Einheit mit zunehmender Sicherheit gearbeitet. Die Kopfplatten nahmen Form an, und jeder bestach durch sein eigenes Design. Vorgabe war nur die fachgerechte Plazierung der Mechanikachsen und der ordentliche Saitenverlauf. Jeder hatte sich schon im Vorfeld Gedanken gemacht und jetzt war nur noch Feintunig nötig. Auch die tollsten Einlegearbeiten kamen ans Tageslicht und Sabine entwickelte sich zur wahren „Herrscherin der Vögel“ ... Jakob feilte mal eben aus Abalone-Perlmutter ein stilisiertes „ J“ als hätte er nie etwas anderes gemacht.

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Natürlich sind wir tolerant und lassen auch die 6 Saitigen zu! 

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Und was spielen wir nun ... 

Langsam aber unaufhaltsam ging es auf Freitag zu. Die Binding-Falz an Decke und Boden war gefräst. Die Fingergeschicklichkeit wurde jetzt aber richtig auf die Probe gestellt: Es ging ans Biegen der Palisanderbindings am Biegeeisen. Als Tauchbecken zum Wässern der Holzstreifen diente eine Lampenschale, die der Hausmeister flux organisierte.

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Die Binding-Falz wird maschinell angebracht, die muss "passen"! 

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Noch mal alles gaaanz genau kontrollieren ... 

Die dünnen Streifen erwiesen sich als recht widerspenstig, und aus runden Formen wurde sehr schnell eckige, gebrochene Holzränder ... und es wurde wieder ganz“ unklösterlich“ geflucht, was sonst nur dem Berufsstand der Kesselflicker nachgesagt wird.

Die Finger bis übers Handgelenk in Leim getaucht, wurden dann die Streifen mittels gelbem Klebeband an Ort und Stelle „gebeppt“ (wie man im Schwarzwald zum Kleben sagt) und dann mit der Ziehklinge sauber beigearbeitet. Jakob erwies sich da als Schnellster.

Alle Uke´s sind im Rohbau fertig geworden, und zu Hause brauchte ich nur die Griffbretter in Ruhe aufbringen. Das wäre in der geplanten Klosterzeit nicht möglich gewesen.

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Mit Gottes Segen wird auch diese Leimung gelingen ... 

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Fräsarbeiten werden aus Sicherheitsgründen vom Meister erledigt, schließlich sollen alle Teilnehmer mit 10 Fingern nach Hause kommen 

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Alles gut verklebt, damit die Leimung optimal gelingt 

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Soweit haben wir es gebracht ... und sind damit sehr zufrieden! 

Aber: 2017 geht alles in die zweite Runde!!

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Rundum zufriedene Gesichter ... Alle haben ihr Ziel erreicht!